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Con Dao

Die Woche auf Con Dao hat sich doch besser entwickelt als erwartet. Das Wetter ist seit Montag spürbar besser geworden, insbesondere der starke und böige Wind hat nachgelassen.

Das bringt auch noch einige weitere erfreuliche Änderungen mit sich.

Der angebliche „private beach“ des Hotels, der wohl nur deswegen so heißt, weil hier bislang zufälligerweise noch niemand anders ein Resort  hinbauen wollte, ist ca. 3 km lang und grenzt im Norden in an das Hauptdorf der Insel, Con Son, mit seinem Fischereianleger. Die Nähe zum Anleger hat zur Folge, daß während des Sturms in den ersten Tagen annähernd die halbe vietnamesische Fischereiflotte -mindestens 50 Schiffe- direkt vor unserem Fenster ankerte und ein eifriger Pendelverkehr zwischen Fischerbooten, Anleger und Strand vonstatten ging. Wer das idyllisch findet, so wie es auf den Blick auch scheint, hat es selbst nicht erlebt…

Die Fischerboote, von denen die meisten wohl zur Jagd nach Tintenfischen hinausfahren, sind zu allen Seiten hin mit Neonröhren, teilweise auch farbigen, bestückt. Damit sollen die Tintenfische, die neugierig sind und von dem Licht angezogen werden, des nachts an die Oberfläche gelockt werden.

Allerdings sind die Neonröhren -fragt mich nicht wieso- auch dann an, wenn die Schiffe vor Anker liegen. Vielleicht haben die Fischer wie die meisten Vietnamesen Angst vor den Geistern der vielen im Inselgefängnis Getöteten, die hier nachts umherspuken sollen. Wie dem auch sei, bei 50 Schiffen mal 10 oder 20 Neonröhren je Schiff kann man sich vorstellen, daß man nachts eher das Gefühl hat, man schaue auf das Frachtterminal des Frankfurter Flughafens oder die Soi Cowboy-Rotlichtmeile in Bangkok. Natürlich brauchen die Leuchten auch Strom, so daß ein unablässiges Diesel-Tuckern der Motoren zu hören ist.

Tagsüber, wenn die Fischer dann zur Reparatur ihre Netze zum Flicken auf dem Strand ausbreiten, jedes so 100 x 2 m groß, ist es auch nicht besser. Den Weg zum Wasser muß man sich zwischen den Netzen hindurch erkämpfen (merke: „private beach“), nicht ohne dabei die ganze Zeit angestarrt und zugetextet zu zu werden. Beim erstem mal mag das noch lustig sein, auf die Dauer ist es jedoch einfach nur noch lästig. Insbesondere bei einzelnen Frauen werden die ziemlich ungehobelten Fischer – ganz unasiatisch – aufdringlich.

Im Ort konnte man sich abends kaum noch ungetrübt bewegen. Entlang der ganzen, zwar für die paar Touristen überdimensionierten, aber doch ganz nett angelegten Hafenpromenade mit kleinem Park hingen an die 200 Vietnamesen in Gruppen von je 5 bis 20 auf Boden, Bänken oder Bordsteinen zusammen, tranken Schnaps aus Plastikkanistern und pöbelten samt und sonders enthemmt die (sehr wenigen) vorbeispazierenden Touristen an. Obwohl ich sonst nicht zimperlich bin, wäre es doch etwas beunruhigend gewesen, mit kaum anderen Ausländern, den wenigen „normalen“ Einheimischen, die auf der Straße zu sehen waren, sowie 200 betrunkenen oder anderweitig berauschten, enthemmten, ungehobelten Fischern, wenn ich nicht hätte sicher sein können, mindestens zwei Köpfe größer und doppelt so schwer wie jeder einzelne von ihnen zu sein – das hielt sie zumindest in meiner Gegenwart etwas auf Abstand 🙂

Aber vorbei und vergessen, der Wind hat sich gelegt, die Fischerboote sind samt Mannschaften aufs Meer entschwunden, und Con Dao ist wieder die kleine, ruhige Insel am Ende der Welt!

Vorgestern sind wir dann mit unserem Motorroller in Richtung des Nationalparks aufgebrochen, der knapp 2/3 der Inselfläche umfasst. Außer dem typischen schwarzen Eichhörnchen konnten wir Termiten, verschiedene Kröten und sogar ein paar wildlebende Affen sehen. Leider hat uns das Autan nicht retten können, besonders Silke wurde von oben bis unten zerstochen – sieht jetzt fast aus wie Windpocken…

Die Wanderung endete schließlich an einem kleinen Kiesstrand auf der Westseite der Insel. Dugongs, das sind die in den Gewässern um die Insel vorkommenden Seekühe, sowie Seeschildkröten haben wir allerdings keine zu Gesicht bekommen.

Anschließend sind wir mit dem Roller weiter in den Norden der Insel, zu einem weiteren abgelegenen Strand, dem „Airport Beach“. So genannt, weil er in direkter Verlängerung der Startbahn liegt und das Flughafengelände unmittelbar angrenzt, so daß außer der Flughafenbegrenzung es weitere Bebauung gibt. Und bei nur einer landenden/startenden Maschine hält sich der Fluglärm auch in Grenzen. Auf dem Bild sieht man rechts hinter Silke und oberhalb der Betonwand den grasbewachsenen Anfang der Landebahn, auf dem wir letzte Woche stark schwankend im Sturm heruntergekommen sind.

Heute verbringen wir unseren letzten Tag am Strand, morgen beginnt dann die Rückreise.

Die weitere Planung sieht wie folgt aus:

  • Samstag, 13.12., 11:00h Flug VN422 (Vietnam Airlines) Con Dao-Saigon
  • Übernachtung im Nguyen Khang Hotel, wie schon zuvor
  • Sonntag, 14.12., 19:05h Flug AK147 (Air Asia) Saigon – Kuala Lumpur, Ankunft 22:00h
  • Übernachtung im Traders Hotel – eine Nacht Luxus pur direkt gegenüber der Petronas Tower 🙂
  • Dienstag, 16.12. 00:30h Flug EK343 (Emirates) Kuala Lumpur – Dubai, Ankunft 03:30h
  • Dienstag, 16.12. 08:40h Flug EK055 (Emirates) Dubai – Düsseldorf, Ankunft 13:00h

One comment Con Dao

André Lang says:

Nachtrag: Bei den Affen auf Con Dao handelt es sich um Langschwanzmakaken oder Javaneräffchen (http://de.wikipedia.org/wiki/Javaneraffe), eine ziemlich verbreitete Affenart in Südostasien – aber mit ziemlich scharfen Zähnen.

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